Der Market Maker einfach erklärt


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Julian GabensteinInvalid Date
Trading


Schonmal was von einem Market Maker gehört? Wenn Du am Aktienmarkt aktiv bist, dann bist Du wohlmöglich schon mal über den Begriff gestolpert, ohne wirklich zu wissen, was ein Market Maker überhaupt ist und macht. Wir bei lemon.markets glauben, dass es wichtig ist, die Player & ihre jeweiligen Rollen am Aktienmarkt zu verstehen.Deshalb erklären wir mit diesem Blogpost alles rund um das Thema  Market Maker. Lasst uns loslegen!

Title Image for "The Market Maker explained"

Um besser verstehen zu können, was ein Market Maker macht, werden wir die Fragen Wer?, Wie?, Warum? und Was? beantworten.

Wer? 🕵

Das generelle Ziel eines Market Maker ist es, Liquidität in die Aktienmärkte zu bringen, damit Wertpapiere jederzeit handelbar sind. Während der Handelszeiten wird eine Order, nachdem sie platziert wurde, meist in Sekundenschnelle ausgeführt. Das liegt an der Liquidität im Markt. Damit ein Wertpapier gekauft werden kann, muss dieses von einem*r Verkäufer:in angeboten werden (vice versa: um ein Wertpapier verkaufen zu können, muss es einen interessierte*n Käufer:in geben). Das ist leider nicht immer der Fall. Und hier kommen die Market Maker  ins Spiel: sie stellen sicher, dass jederzeit die Möglichkeit existiert, ein Wertpapier zu traden und der Markt so wie geplant funktionieren kann.

Häufig treten Market Maker in Form von Brokern, Institutionen oder großen Banken auf - wie z.B. die Deutsche Bank, Morgan Stanley oder UBS. Es ist zwar möglich, aber eher unüblich, dass diese Rolle von einer Person übernommen wird. Das liegt vor allem an der großen Menge an Kapital, die fürs Market Making benötigt wird.

Wie? 🔨

Stell Dir vor, Du willst TSLA Aktien zum Marktpreis kaufen, aber jede*r ist HODL-ing („holding on for dear life“). Du willst trotzdem traden, also was tun? Ein Market Maker versichert Dir, dass (immer) eine Trading Möglichkeit existiert (d.h. Liquidität im Markt garantiert ist) und ermöglicht es Dir so viele TSLA Aktien zu kaufen wie Du möchtest. 

Wenn niemand verkauft, heißt das vermutlich, dass es einige Spekulationen zum Trend des Aktienpreises gibt. Warum also sollte ein Market Maker anders handeln als der Großteil der Marktteilnehmer:innen? Ein Market Maker interessiert sich nicht für/ profitiert nicht von directional Movements (d.h. ob ein Aktienpreis steigt oder sinkt). Stattdessen profitieren sie von dem Bid-Ask Spread eines Wertpapiers. Das ist die Differenz zwischen dem Preis für den es gekauft und verkauft werden kann. 

Ein Market Maker “quotet” die Preise der von ihm angebotenen Instruments, zu denen er bereit ist ein Wertpapier zu kaufen (Bid Preis) oder zu verkaufen (Ask Preis).Wenn ein Market Maker Deine Kauf-Order für die TSLA Aktie erhält verkauft er diese direkt an Dich und der Trade ist erledigt. Das würde passieren,t selbst wenn der Market Maker keine TSLA Aktie besitzt und niemanden hat, bei dem er diese Aktie zu dem Zeitpunkt kaufen kann. Market Maker können einen (kleinen) Short- oder Long-Bestand halten, da sich früher oder später höchstwahrscheinlich ein*e interessierte*r Verkäufer:in oder Käufer:in findet.Das stellt allerdings keine Garantie dar und aus dem Grund werden Market Maker für das Risiko, (in diesem Fall) eine Short-Position für TSLA zu halten, kompensiert.

Die Kompensation spiegelt sich im Bid-Ask Spread wider. Ein Market Maker könnte Dir TSLA für 963 Euro pro Aktie verkaufen, aber kauft sie selber für 962 Euro, heißt: er macht mit jeder Aktie 1 Euro Profit. Warum das nicht einfach jeder so macht? Es gibt keine Garantie dafür, dass sich der Preis zwischen Kauf und Verkauf nicht in eine unerwünschten Richtung bewegt. In dem Szenario würde es bedeuten, dass, bevor der Market Maker seine Short-Position ausführen kann, der Preis z.B. auf 964 Euro steigt. Heißt: 1 Euro Verlust pro Aktie. 

Kurz zusammengefasst: wenn es keine Gegenseite gibt, die Deinen Trade komplettieren möchte, ist der Market Maker immer für Dich da!  🤗

* sei Dir bewusst, dass das ein sehr konstruiertes Szenario ist. Wahrscheinlich wird es immer eine*n Käufer:in oder Verkäufer:in von TSLA Aktien geben. 

Zu welchem Preis? 💰

Market Maker können ihre Preise natürlich nicht vollkommen willkürlich setzen, sondern die Nachfrage im Markt bestimmt, wie die Bid und Ask Preise festgelegt werden. 

In sehr liquiden Märkten, also dort wo Menschen permanent Aktien kaufen/verkaufen, sind die Bid-Ask Spreads für gewöhnlich geringer (kleinere Differenz) als in weniger liquiden Märkten. Du kannst das als höhere Kompensation dafür sehen, das der Market Maker in einem illiquiden/volatilen Markt agiert.

Warum? 🔍

Der Job eines Market Makers ist es, einen flüssigen  Ablauf in Finanzmärkten sicher zu stellen und es somit den Anleger:innen & Trader:innen zu erleichtern, Orders zu platzieren. Ohne einen Market Maker würde es an vielen Stellen unzureichend Transaktionen und weniger Aktivität in den Märkten geben. Vor allem in volatilen Zeiten bleibt der Markt dank konstantem Angebot & Nachfrage der Market Maker einigermaßen stabil und funktionabel.

Was? ❓

Wenn Market Maker mit der Börse arbeiten, müssen sie deren Statuten, welche durch die Sicherheitsregulatoren des jeweiligen Landes (z.B. von der SEC in den USA) zugelassen werden, berücksichtigen. Hauptgrund dafür ist, dass Manipulationen im Markt durch verschiedene Gesetze verhindert werden sollen. Generell variieren die Rechte & Verantwortungen von Market Makern abhängig vom Handelsplatz und von der Art des Wertpapiers, mit dem gehandelt wird (Aktien, Optionen, …).

Im Regulated Market Maker Handbuch von der Deutschen Börse steht beispielsweise, dass registrierte Market Maker verpflichtet sind (im Durchschnitt) Quotes für minimum ein Wertpapier während 50% der täglichen Handelszeit anzubieten. Dazu darf die Anzahl an Bid-Ask Orders nicht weiter als 50% auseinander sein. Der letzte Punkt macht Sinn, weil es zu geringerer Liquidität und höherer Volatilität führen könnte. Du musst wissen: wenn die Liquidität nicht ausreichend ist, kannst Du keine normale Markt Order ausführen. 

Abschließend können wir festhalten, dass Market Maker dafür zuständig sind, dass die Finanzmärkte (d.h. die Börsen) den Anleger:innen eine reibungslose Order-Ausführung anbieten können. Indem sie die Risiken übernehmen, stellen Market Maker sicher, dass Wertpapiere jederzeit gekauft oder verkauft werden können, wenn ein*e Marktteilnehmer:in es möchte.

Ich hoffe Du konntest einiges über das Konzept des Market Makers und über den Aktienmarkt generell lernen. Wenn Du mehr über Finanzmärkte, Algo Trading oder FinTech allgemein lernen möchtest, dann verfolgt uns doch gerne weiter. Und wenn Du interessiert daran bist, Deine eigene Trading App mit unserer easy-to-use API zu bauen, melde Dich hier bei lemon.markets an. Wir würden uns freuen, wenn Du bei uns an Bord bist! Hast Du noch Fragen? Tritt einfach unserer Slack Community bei. 

Julian 🍋

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